| Veranstaltung: | Kreismitgliederversammlung 12.09.2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 8.1. Antrag bzgl. Gillbach |
| Antragsteller*in: | Ortsvorstand Bergheim, Ortsvorstand Pulheim |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 27.08.2026, 00:38 |
A11: Antrag auf Beschluss der Resolution zum Gillbach
Antragstext
Die Kreismitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rhein-Erft beschließt
die nachfolgende Resolution:
Resolution: Den Gillbach dauerhaft erhalten – einzigartigen Lebensraum mit
Modellcharakter im Rheinischen Revier schaffen
Der Gillbach und seine Auenlandschaft sollen langfristig zu einem
wasserführenden Modellgewässer für klimanagepasste, kleinräumige
Gewässerentwicklung im Rheinischen Revier entwickelt werden. Die verbleibenden
3,5 Jahre bis zum Abschalten der künstlichen Wasserzuführung durch die Kühltürme
sind für eine konkrete Umsetzungsplanung zu nutzen.
Hierzu sind folgende konkrete Schritte erforderlich:
Zeitnahe Beauftragung eines Fachbüros mit der planerischen Umsetzung der im
Konzept der Facharbeitsgruppe Gillbach aufgezeigten Potenziale für den Naturraum
Gillbach, idealerweise durch den Rhein-Erft-Kreis und den Rhein-Kreis Neuss mit
dem Ziel:
• Dauerhafter Erhalt des Gillbachs als ökologisch wertvolles Fließgewässer;
• eine langfristige, klimaverträgliche Sicherung der Wasserführung nach dem
Braunkohleausstieg;
• Die Einbindung des Gillbachs in den Biotopverbund des Rheinischen Reviers; •
eine enge Zusammenarbeit von Land NRW, RWE, Kommunen, Wasserverbänden,
Umweltverbänden und Wissenschaft;
• Die Prüfung einer dauerhaften naturschutzrechtlichen Sicherung besonders
wertvoller Gewässerabschnitte.
• Fördermittelakquise u.a. im Rahmen des Bundesförderprogramms „Kommunale
Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in
Strukturwandelregionen (KoMoNa).
Die Kreismitgliederversammlung beauftragt den Kreisvorstand, sich gemeinsam mit
den betroffenen Ortsverbänden und Mandatsträger*innen auf allen politischen
Ebenen für die Umsetzung dieser Ziele einzusetzen.
Begründung
Der Gillbach ist ein über Jahrhunderte identitätsstiftendes Fließgewässer mit 12 Wasserburgen und zwei Wassermühlen. Er wurde durch den Braunkohletagebau seiner Quellen unwiederbringlich beraubt. Sein Bachbett dient seit Jahrzehnten nur noch der Ableitung von warmen Kühl- und Sümpfungswässern. Die Folge: Eine tiefgreifende anthropogene und industrielle Überprägung des Gillbachs.
Mit dem gesetzlich verankerten Braunkohleausstieg und dem damit verbundenen Abschalten des Kraftwerks Niederaußem besteht die Verpflichtung, dem Bach seine Ursprünglichkeit zurückzugeben.
Mit dem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung trägt auch die Politik Verantwortung, die ökologischen Folgen des Strukturwandels aktiv zu gestalten und wertvolle Lebensräume dauerhaft zu sichern und zu entwickeln. Die Sicherung des Gillbachs verbindet Natur- und Artenschutz mit einem nachhaltigen Strukturwandel im Rheinischen Revier und stärkt den Biotopverbund. Deshalb müssen schnell tragfähige und langfristige Lösungen entwickelt werden, um diesen einzigartigen Lebensraum dauerhaft zu erhalten.
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